Niedertemperatur-Ente im Bratschlauch nach Kolja Kleeberg

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Na, schon in Weihnachtsstimmung? Na, ich mein der 2. Advent ist nah und da sollte man sich so langsam auf DAS Fest einstimmen… Neben der Gans ist an Weihnachten auch die Ente ein beliebter Festtagsbraten. Nun haben aber alle Vögel die man am Stück gart, das klassische Problem: Die Brust ist trocken, aber die Keule gar ODER die Brust ist zart und saftig aber die Keule am Knochen noch roh. Mit dem folgenden Rezept sind beide Probleme gelöst: Innerhalb der Garzeit von 6 Stunden bei ungefähr 80°C bleibt die Brust saftig und die Keulen garen ganz durch! Entdeckt hab ich das Rezept bei Kolja Kleeberg, der es bei ‘Lanz kocht’ vorgestellt hat. Das Tolle an dem Rezept ist: Ihr könnt die Ente am Vortag garen und die Sauce fertigmachen!!! Wenn dann die Gäste da sind, schiebt ihr den Vogel nochmal für ne Stunde in den Ofen damit er Farbe kriegt und etwas kross wird, macht n Glas Rotkohl auf und kocht ne Beilage und fertich ist das Essen. Nur als Hauptgang reicht so ‘ne Ente für 2 Personen, im Menü mit Vorspeise und Dessert für 4 Personen. Genug gesabbelt, los gehts, was ihr braucht für Entenbraten und Sauce, wie immer im Einkaufszettel.

Die Zutaten im Überblick:

hintere Reihe (v.l.n.r): 1 Ente (ca.2,1kg), Pfeffer, 250ml Apfelsaft, 2 Äpfel

mittlere Reihe (v.l.n.r.): Küchengarn, 3-4 Zahnstocher, 1 Orange, 2 Zwiebeln

vordere Reihe (v.l.n.r.): 1 Bund Beifuß, Bratschlauch, Salz

Los gehts mit der Füllung…

  …Äpfel und Zwiebeln in grobe Würfel schneiden und mit dem Saft der Orange und 50ml des Apfelsaftes mischen…

…den Beifuß ebenfalls grob zerkleinern (die Stiele sind z.T. recht holzig, daher gehts evtl. besser mit ner entsprechend starken Schere) und zur Füllung geben, alles kräftig pfeffern…

…jetzt die gut gewaschene Ente zuschneiden: dafür schneidet ihr den Hautlappen des Halses sowie die Spitzen der Flügel ab (aufheben für die Sauce)…

…so lange die Finger noch sauber sind schneidet ihr schon mal den Bratschlauch nach Herstellerangabe zu und verschließt ein Ende mit dem mitgelieferten Band/Verschlussösen…

…jetzt den Vogel innen salzen (Pfeffer kommt über die Füllung)…

…und außen rundum mit Salz und Pfeffer würzen…

…nun die Füllung in die Ente geben…

…Zahnstocher beidseitig durch die Hautlappen der Öffnung stecken…

…und mit Küchengarn wie einen Wanderschuh schnüren, zum Schluß mit doppeltem Knoten zubinden…

…der so verschlossenen Ente noch die Keulen mit Küchengarn zusammenbinden…

…dann die Ente mit der Brustseite nach unten in den vorbereiteten Bratschlauch stecken, die Flüssigkeit der Füllung zugießen und den Schlauch verschließen…

…bei meinen Bratschlauch muß man jetzt einen kleinen Schnitt in der Mitte anbringen damit er nicht platzt, gibt wohl aber auch Modelle bei denen das nicht nötig ist, egal wie das Tier ist verpackt ab in den Ofen…

 …zur Sicherheit ein Bratthermometer dazu legen, da der Ofen (zumindest meiner) so ungefähr ne Stunde bei 110°C laufen muß und ich ihn dann peu á peu auf ca. 90°C runterdreh, damit er innen ca. 80°C hat. Jetzt habt ihr 6 Stunden Zeit, ich wollte eigentlich stündlich ein Bild machen, aber es passiert so gut wie nix, daher nach 6 Stunden…

…hat die Ente ne leichte Bräunung und schwimmt in ihrem eigenen Saft!!…

…Diesen extrem leckeren Bratenfond kippt ihr durch ein Sieb und nehmt mit einem Löffel das oben schwimmende Fett ab (nicht wegkippen, ihr braucht es noch), die Füllung mit einem Löffel aus der Ente nehmen (braucht ihr ebenfalls noch) und die Ente bis zum Gebrauch kalt stellen…

…am Folgetag die Ente mit der Brustseite nach oben bei ca. 150°C für ne Stunde ‘aufbacken’, dann kriegt sie ne tolle Farbe und wird leicht kross!

IMG_3207 (Medium)

Gutes Gelingen und einen noch besseren Appetit!!

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22 Kommentare:

  1. Das beste Rezept zum Entenbraten

  2. So nun endlich mal der Erfahrungsbericht zur 4 Kilo Ente. Ich habe die Ente für 10 1/2 Stunden im Ofen gehabt. Dabei schwankte die Temperatur zwischen 80-90 Grad. Ich würde fast sagen, dass 9 Stunden auch gereicht hätten. In den Bratbeutel habe ich noch ein Becher Wasser gegeben. Hab mir das mal bei meiner Schwiegermutter abgeguckt. Ich habe die Ente dann am nächsten Tag kross fertig gemacht. Die letzten 20 Minuten habe ich dann die Grillfunktion vom Backofen genommen. Ich fand die Ente wirklich super knusprig. Im grossen und ganzen also ein tolles Rezept, welches mich nun etwas an die Niedrig-Gar Variante herangebracht hat.

    • Hallo Juliane, danke für den Kommentar! Es freut mich, dass Dir die Ente gelungen ist. Und vieleicht probierst Du es bei der näcshten Ente dann mal mit ‘nur’ 9 Stunden. Wie bereits gesagt ne Stunde mehr ist kein Problem, aber bei einer zu wenig kann der Vogel schon mal hart bleiben bleiben… Als zusätzliche Flüssigkeit für in den Beutel empfehle ich Hühner- oder Entenbrühe, denn Wasser hat nen entscheidenden Nachteil: es schmeckt nach Wasser, also nach nichts 😉 (ok es hat auch den Vorteil dass es einfach da ist und man es nicht noch extra zubereiten muß) Obwohl ich bei meinen Enten eigentlich immer auch so ausreichend Bratensaft hatte.
      Gruß
      Olli

  3. Hört sich lecker an. Dieses Rezept werde ich, weil Weihnachten leider ausgefallen ist zu Sylvester machen. Ich habe allerdings eine 4,2 Kilo Ente. Hat jemand Erfahrung wie lange die Garzeit für diesen Brummer ist? Lg jule

    • Moin Jule,
      ich denke so mit 10 oder 11h Stunden solltes Du hinkommen. Da ich neulich ne ähnliche Frage von Tom bei der Entensauce hatte, frag ich einfach mal zurück: wo habt ihr die Riesenvögel her?
      Bitte schreib mir hier auch unbedingt ob meine Zeitangabe hingehauen hat und die Ente zart und saftig wurde.
      Gutes Gelingen
      Olli

      • Danke für deine schnelle Antwort. Ein Bekannter zieht Enten und Gänse für das Weihnachtsfest auf. Ich habe auch das erste mal bei ihm bestellt und bin ganz gespannt. Ich werde berichten wie die Ente gelungen ist.

  4. Hallo,
    Weiß zufällig jemand ob das ganze auch funktioniert wenn man nur Keulen zubereitet? Wenn ja, auch 6 Stunden Garzeit? Und kann ich sie auch vorbereiten und dann nur heiß und kross machen?

    • Hallo Tanja,
      ich habe die Methode noch nicht mit Keulen alleine probiert, aber ich denke was die Garzeit angeht kannst Du dich an den confierten Keulen orientenieren. Das müßte eigentlich passen, weil die Temperatur bei beiden Verfahren gleich ist… Ich würde die mit Salz und Pfeffer gewürzten Keulen einfach im Beutel vorgaren. Am Folgegtag kannst Du sie dann, wie die confierten Keulen auch, noch heiß und entsprechend kross machen. Auch da kannst Du dich bei Zeit und Temperatur an den confierten Keulen orientieren.
      Viel Erfolg damit und ein frohes Fest,
      Olli

      • Super! Vielen Dank, die confierten Keulen wären sicher auch lecker gewesen, vielleicht im nächsten Jahr! Einen ruhigen heiligen Abend und schöne Feiertage!

  5. Hi Olli, möchte gerne mal wissen was mit dem fett und der füllung passiert, du schreibst dazu nix weiter.

  6. Ich habe heute eine Ente nach deinem Rezept zubereitet: wirklich köstlich und zart! Nur leider wurde die Haut nicht kross. Hast du dazu evtl. noch einen Tipp?

    LG und einen schönen vierten Advent!

    • Hallo Claudia,
      die Ente wird im Schlauch natürlich nicht kross, dazu mußt Du nach dem Garen noch nen extra Arbeitsschritt machen.
      Entweder grillst Du die Ente kurz unter starker Oberhitze/Grillfunktion an wenn sie noch heiß ist oder, wenn Du sie am Vortag schon gegart hast, bäckst Du sie bei ca. 150°C für ungefähr ne Stunde, dabei wird der kühlschrankkalte Vogel heiß und kross 😉
      Ute hatte hier ja schon geschrieben, dass sie die Ente vorm grillen halbiert, wodurch man natürlich die Hautseiten beider Hälften noch besser kross grillen kann!
      Ich hoffe ich konnte Dir hilfreiche Tipps geben, gutes Gelingen bei der nächsten Ente und einen schönen 4. Advent
      Olli

      • Hallo Olli,
        Danke für deine Antwort. Ich hab die Ente genauso zubereitet, wie von dir beschrieben. Also am Vortag gegart und dann am nächsten Tag noch mal ne Stunde bei 150 Grad. War wie gesagt sehr lecker, aber nicht kross. Mal sehen, an Heilig Abend gibt es nen neuen Versuch und der Tipp mit dem halbieren klingt auch gut!

      • Hi Claudia,
        schreib mir bitte wie und ob Du die Ente so kross gekriegt hast wie Du wolltest. Vielleicht muß ich das Rezept ändern bzw. ergänzen. Leider komm ich selbst vor Weihnachten nicht mehr zum testen ner anderen Variante von Temperatur und Zeit beim aufwärmen (kürzer und viel heißer vs. etwas kürzer und etwas heißer vs. halbieren und die Hälften bei ?°C für x Minuten). Aber ich denke die Ente zu halbieren ist ein guter Weg! Ich wünsch Dir viel Erfolg und ein geruhsames Fest MIT krosser Ente.

  7. Meine erste Ente bei Niedrigtemperatur und soo lecker!
    Ich habe die Ente nach der Bratzeit im Bratschlauch in zwei Hälften geteilt und mit der Hautseite nach oben kurz unter den Grill geschoben. Dadurch wurde die Haut richtig schön knusprig.
    Dazu gab es natürlich die im Rezept erwähnte Soße die ebenfalls sehr lecker ist.
    Vielen Dank für die tollen Rezepte!

    • Hallo Ute,
      es freut mich, dass es so toll geklappt hat mit der Ente. Sie nach dem garen zu halbieren und dann kross zu grillen ist ne gute Idee! Ich wünsch Dir ne frohe Weihnachtszeit,
      Gruß,
      Olli

  8. Hallo ,muß ja sagen die Ente im bratschlauch ,einfach spitze,absolut kein streß und sagenhaft lecker ,werde es wieder kochen wenn mein Sohn da ist, er ist ein Feinschmecker 😊

    • Hallo Ursula,
      danke für Deinen Kommentar! Neben dem leckeren Geschmack habe ich das Rezept eben auch wegen der tollen Vorbereitungsmöglichkeit in den Blog genommen. Komplett streßfreie Zubereitung an Feiertagen und trotzdem ein Festessen. Ich hoffe, Deinem Sohn schmeckt die Ente genauso lecker.
      Gruß,
      Olli

  9. Hei Olli,
    LECKER klingt es zumindest.
    Fröhliche Weihnachten!
    Niels

    • Moin Niels,
      dieses Entenrezept klingt nicht nur lecker, sondern ist
      a) einfach
      b) extrem gut vorzubereiten
      c) echt lecker (nach einmal testen und nochmal zum fotografieren, gibts die nächste Woche glatt nochmal!) schmeckt sie, aber ob sie auch so klingt 😉 …
      Euch ebenfalls n schickes Fest,
      Olli

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